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Führen Arbeitsschutzmassnahmen zu wirtschaftlichen Vorteilen?

Investitionen in die Gesundheit der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter galten lange Zeit als Luxus. Inzwischen weiß man jedoch: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dienen langfristig der Erhaltung von Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. 

betriebliches GesundheitsmanagementGerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, wie während der Corona-Pandemie, achten Unternehmen jedoch verstärkt darauf, dass sich Investitionen auch „rechnen“. Beim betrieblichen Arbeitsschutz ist der Return on Investment häufig schwer bezifferbar – und darüber hinaus handelt sich auch um Ausgaben, die sich eher lang- als kurzfristig rentieren. Daher stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zueinander stehen? Haben Unternehmen, die Geld in Arbeitssicherheit – zum Beispiel im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) – investieren, dadurch einen langfristigen ökonomischen Nutzen?

Die Antwort ist JA. Wenn Sie in Arbeitsschutz investieren, erhöht sich automatisch die Produktivität ohne Veränderung der Personalkosten und damit direkt der Gewinn für das Unternehmen.

Wie wertvoll die Arbeitskraft einer Person ist, zeigt ein Blick auf die folgenden Zahlen: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt den volkswirtschaftlichen Produktionsausfall durch Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr 2018 in Deutschland auf insgesamt 85 Milliarden Euro. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fehlten im Durchschnitt 17,4 Tage.1 Schätzungen zufolge können 30 bis 40 Prozent der Ausfallzeiten durch ein effizientes Management von Gesundheit und Sicherheit vermieden werden.2

Betriebliche Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz kommen zunächst den Beschäftigten zugute, denen ein Arbeitsunfall erspart bleibt. Denn auch die besten Rehabilitationsleistungen können den Verlust an Lebensqualität nicht ausgleichen. Betrachtet man die einzelnen Ebenen eines Unternehmens, ergeben sich aus den betrieblichen Präventionsmaßnahmen positive Effekte wie eine Reduzierung der Betriebsstörungen, reduzierte Ausfallzeiten, eine verringerte Anzahl an Arbeitsunfällen oder eine verbesserte Betriebskultur.

Ob das insgesamt zu betriebswirtschaftlichen Vorteilen für das gesamte Unternehmen führt, untersuchte eine internationale Studie unter Beteiligung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand durch eine Befragung von insgesamt 337 in betrieblicher Präventionsarbeit erfahrenen Unternehmen aus 19 Ländern.3

Betrachtet wurde die Präventionsbilanz, bei der nach Analyse in den Unternehmen die betrieblichen Kosten und Nutzen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gegenübergestellt wurden. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass der Einfluss des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmensbereichen Produktion, Transport, Personaleinsatz und Lagerung am größten eingeschätzt wird. 

Smiley_ErfolgsrechnerEtwa 75 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Investitionen in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz langfristig zu gleichbleibenden oder sinkenden Kosten führen. Als bedeutsamste Nutzenarten wurden Wertzuwachs durch ein verbessertes Image, durch gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten sowie Kosteneinsparungen durch vermiedene Betriebsstörungen identifiziert. Im Rahmen der Studie wurde die Kennzahl „Return on Prevention“ (ROP) aufgestellt, die formal das Verhältnis des monetären Präventionsnutzen zu den Kosten der Präventionsarbeit ins Verhältnis setzt. Sie liegt im Durchschnitt bei 2,2 und veranschaulicht das ökonomische Erfolgspotenzial des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Der Gesamtnutzen der Präventionsarbeit ergibt sich somit aus den Gesamtkosten, multipliziert mit dem ROP von 2,2. Ausgaben zum Arbeitnehmerschutz rechnen sich demnach immer.

 

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz lohnt sich daher nicht nur aus ethischen, humanitären und gesellschaftlichen Gründen, sondern bringt auch ökonomische Vorteile im Wettbewerb für das gesamte Unternehmen mit sich.

Sie möchten wissen, wie die Präventionsbilanz für Ihren Verantwortungsbereich zum Beispiel in Produktion, Lager, Verpackung ausfällt? Berechnen Sie sie mithilfe des Hovmand-Präventionserfolgsrechners.

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Präventionsbilanz für Ihren Verantwortungsbereich berechnen

Sie wollen die Ergebnisse der Studie im Detail nachlesen? Hier geht es zur Studie „Berechnung des internationalen ‚Return on Prevention‘ für Unternehmen: Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

 


[1] „Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2018“, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

[2] Broschüre „Mit Sicherheit mehr Gewinn. Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit“, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

[3] „Berechnung des internationalen „Return on Prevention“ für Unternehmen: Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz“, DGUV Report 1/2013,